Georgien: Professor fordert strengere Regeln für Bauträger

Weniger Baugenehmigungen, lizenzierte Bauträger und ein Ende des Verkaufs vom Plan: Ein Professor stößt eine Debatte über Bauqualität in Georgien an.

News2 Min. Lesezeit14Aufrufe

Der Professor der Staatlichen Universität Tiflis, Koba Kalitschawa, fordert weniger Baugenehmigungen, eine Lizenzpflicht für Bauträger und ein Verbot des Verkaufs von Wohnungen auf Grundlage bloßer Projektpläne. Wie Business Partner über seinen Auftritt in der gleichnamigen Sendung berichtet, will er damit Bauqualität und finanzielle Verlässlichkeit stärker in den Mittelpunkt rücken.

Es handelt sich um Reformvorschläge des Hochschullehrers. Der Bericht nennt keinen Gesetzentwurf und keine Ankündigung der Regierung. Eine eigene Lizenz für Bauträger sieht der Lizenzkatalog des georgischen Lizenzgesetzes derzeit nicht vor, genehmigt wird jeweils das einzelne Bauvorhaben.

Bedarf und Qualität sollen entscheiden

Kalitschawa möchte neue Bebauung stärker an einer vorherigen Bedarfsanalyse ausrichten. Bauen sollen nach seiner Vorstellung nur Unternehmen dürfen, die festgelegte Lizenzbedingungen erfüllen und deren Tätigkeit anschließend überprüft wird.

Eine erteilte Baugenehmigung allein stehe noch nicht für gute Bauqualität, argumentiert er. Auch höhere Strafen seien aus seiner Sicht keine ausreichende Lösung. Entscheidend sei, Probleme bereits vor einem Verstoß zu verhindern. Zusätzlich sieht er Handlungsbedarf bei der Qualifikation der Beschäftigten.

Warum der Verkauf vom Plan im Fokus steht

Mit dem Begriff „Luftverkauf“ kritisiert Kalitschawa ein Modell, bei dem Bauträger geplante Wohnungen verkaufen und mit diesen Einnahmen den Bau finanzieren. Er möchte erreichen, dass Unternehmen von Anfang an über die finanziellen und fachlichen Voraussetzungen für die Umsetzung verfügen.

Damit berührt sein Vorschlag eine grundlegende Frage des Neubaukaufs: Worauf stützt sich die Fertigstellung eines Projekts? Im Mittelpunkt seiner Kritik steht die Abhängigkeit des Bauvorhabens von vorgezogenen Verkaufserlösen.

Was bedeutet das für Käufer und Investoren?

Für die Suche nach einer Neubauwohnung in Batumi oder Tiflis lenkt die Debatte den Blick auf die Umsetzung hinter den Verkaufsunterlagen. Aus unserer Sicht gehören die Erfahrung des Bauträgers, die Projektfinanzierung und der dokumentierte Baufortschritt zusammen betrachtet.

Wir empfehlen, abgeschlossene Referenzprojekte zu besichtigen und sich erläutern zu lassen, wie die weitere Bauphase finanziert werden soll. Ebenso wichtig sind verständliche Vereinbarungen zu Zahlungsplan, Ausstattung und Übergabetermin. So lässt sich besser beurteilen, wie aus einem angebotenen Grundriss eine nutzbare Wohnung wird.

Unser Fazit

Aus unserer Sicht setzt die Debatte an einem wichtigen Punkt an: Verlässliche Bauträger und gute Bauqualität stärken das Vertrauen in Georgiens Immobilienmarkt. Neben Infrastruktur und wirtschaftlicher Entwicklung gehört diese Verlässlichkeit zu den Grundlagen eines attraktiven Investitionsstandorts.

Der Vorstoß bringt die Frage voran, wie Georgiens Städte dauerhaft gut wachsen können. Ein stärkerer Fokus auf solide finanzierte und sorgfältig umgesetzte Projekte unterstützt lebenswerte Quartiere und schafft eine gute Grundlage für die langfristige Werthaltigkeit von Immobilien.


Kommentare (0)

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.

Bitte anmelden, um zu kommentieren. Anmelden

Weitere Beiträge